Hochwasserschutz

Glücklicherweise ist am Oberrhein ein großes Hochwasser in den letzten Jahrzehnten ausgeblieben. Ein 200-jähriges Hochwasserereignis könnte für 95 Städte und Gemeinden in der Oberrheinniederung zwischen Iffezheim und Bingen mit insgesamt 980 000 Einwohnern sowie zahlreiche wichtige Industrieansiedlungen jedoch katastrophale Folgen haben. Fast 500 000 betroffene Arbeitsplätze und bis zu 137 000 ha überflutete Flächen lassen im Katastrophenfall einen Schaden von ca. 6,39 Mrd. Euro erwarten. Die Kosten für Hochwasserschutzmaßnahmen dagegen werden auf nur ca. 1 Mrd. Euro geschätzt.

 

Ursachen der Rheinhochwässer am Oberrhein

Infolge der Tulla´schen Rheinkorrektur:

  • Zusammenfassung der zahlreichen Seitearme  in einem ca. 200m breiten Mittelwasserbett
  • Verkürzung des Rheins zwischen Basel und Worms von 354 km auf 273 km
  • Rhein wurde in ein gepflastertes Ufer mit festem Querschnitt gedrängt
  • schnellere Fließgeschwindigkeit, unterbundene Seitenerosion führten zum Vertiefen des Flussbetts,
  • Verkürzung der Laufzeiten und Aufhöhung der Rheinwelle
  • Verbindung der teilweise schon bestehenden Dämme zu einem Dammsystem
  • Abtrennung großer Teile des natürlichen Überschwemmungsgebietes vom Rhein, fehlender Retentionsraum
  • Die Rheinniederung wurde jetzt  bis nah an den Rhein heran besiedelt
  • und immer mehr industriell- und landwirtschaftlich genutzt

Zusätzlich ist der Staustufenbau* zwischen Iffezheim und Basel, die kanalisierten und begradigten Bäche und Nebenflüsse des Rheins und die immer mehr fortschreitende Versiegelung der Landschaft für die Zunahme der Hochwasserproblematik verantwortlich (Vgl. Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein/Hochrhein, 1997).

  • zum Weiterlesen: z. B. Int1, Klett-Perthes (2002)

Deutsch-Französische Vereinbarung von 1982

Schon 1968 hat die „Internationale Hochwasserstudienkommission für den Rhein" (Frankreich, Schweiz, Österreich und Deutschland) die Auswirkungen des Oberrheinausbaus untersucht. Ergebnis war die Notwendigkeit der Wiederherstellung der Hochwassersicherheit, wie sie vor dem Ausbau des Oberrheins vorhanden war (200-jähriger Hochwasserschutz*).

Grundsätzlich geht es darum, dem Rhein wieder Retentionsflächen* zur Verfügung zu stellen, die bei den Tulla'schen Korrekturen verlorengegangen sind. Rheinland-Pfalz hat sich dazu verpflichtet, 44 Mio. m³ Rückhalteraum für den Hochwasserschutz auszuweisen (Vgl. Ministerium für Umwelt und Forsten RLP; Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein/Hochrhein, 1997).