
Glücklicherweise ist am Oberrhein ein großes Hochwasser in den letzten Jahrzehnten ausgeblieben. Ein 200-jähriges Hochwasserereignis könnte für 95 Städte und Gemeinden in der Oberrheinniederung zwischen Iffezheim und Bingen mit insgesamt 980 000 Einwohnern sowie zahlreiche wichtige Industrieansiedlungen jedoch katastrophale Folgen haben. Fast 500 000 betroffene Arbeitsplätze und bis zu 137 000 ha überflutete Flächen lassen im Katastrophenfall einen Schaden von ca. 6,39 Mrd. Euro erwarten. Die Kosten für Hochwasserschutzmaßnahmen dagegen werden auf nur ca. 1 Mrd. Euro geschätzt.
Infolge der Tulla´schen Rheinkorrektur:
Zusätzlich ist der Staustufenbau* zwischen Iffezheim und Basel, die kanalisierten und begradigten Bäche und Nebenflüsse des Rheins und die immer mehr fortschreitende Versiegelung der Landschaft für die Zunahme der Hochwasserproblematik verantwortlich (Vgl. Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein/Hochrhein, 1997).
Schon 1968 hat die „Internationale Hochwasserstudienkommission für den Rhein" (Frankreich, Schweiz, Österreich und Deutschland) die Auswirkungen des Oberrheinausbaus untersucht. Ergebnis war die Notwendigkeit der Wiederherstellung der Hochwassersicherheit, wie sie vor dem Ausbau des Oberrheins vorhanden war (200-jähriger Hochwasserschutz*).
Grundsätzlich geht es darum, dem Rhein wieder Retentionsflächen* zur Verfügung zu stellen, die bei den Tulla'schen Korrekturen verlorengegangen sind. Rheinland-Pfalz hat sich dazu verpflichtet, 44 Mio. m³ Rückhalteraum für den Hochwasserschutz auszuweisen (Vgl. Ministerium für Umwelt und Forsten RLP; Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein/Hochrhein, 1997).